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Sternwarte mit Perseiden bundesweit im Fernsehen

Rund hundert Besucher kamen am 11. August wieder in die Sternwarte, um mit uns zusammen den Sternschnuppenschauer der Perseiden nahe an seinem Aktivitätsmaximum zu beobachten. Viele Gäste brachten sich Liegestühle, Luftmatratzen und Liegedecken mit, um es sich auf der Wiese südlich der Sternwarte bequem zu machen und ohne Genickstarre in den Nachthimmel zu schauen.

Außengelände der Sternwarte bei Sternschnuppenschauer
Unsere Gäste suchen sich bequeme Plätze auf der Wiese südlich der Sternwarte

Getrübt wurde das Beobachtungsvergnügen etwas durch dunstige Luft, die lediglich im Zenit einen klaren Himmel bot. Dort zeichnete sich jedoch, wie für unseren Himmel berühmt, malerisch die Milchstraße ab, was gerade bei vielen Touristen aus größeren Städten unter den Besuchern Kindheitserinnerungen wachrief.

Zusätzlich zum Panorama des Nachthimmels haben wir natürlich wieder ein paar Teleskope aufgestellt, durch die unsere Gäste die Planeten Jupiter und Saturn am südlichen Himmel beobachten konnten. Die Teleskop-Beobachtungen sind für die meisten Besucher immer ein besonderes Erlebnis, vielfach sind die Leute schlicht begeistert, nur Optik und keine Elektronik zwischen sich und den Himmelsobjekten zu haben – so ganz unzeitgenössisch analog.

Das Beobachtungsgelände zu fortgeschrittener Stunde

Das tröstete etwas über die nicht so zahlreichen Sternschnuppen hinweg, denn besonders zahlreich zeigten sich die Perseiden dieses Jahr bei uns nicht – wohl aber auch anderswo nicht. Ein paarmal ging jedoch dennoch ein Raunen durch die Besucherschaar.

Auch das Fernsehen war vor Ort

Wieder mit von der Partie war der Norddeutsche Rundfunk mit einem Team um Peter Jagla, der letztmalig auch schon beim Blutmond im Januar 2019 bei uns zu Gast war. Der NDR führte im Vorfeld Radio-Interviews mit unserem Vorstand durch und berichtete den Abend mitunter live im Fernsehen über unsere Veranstaltung.

Normalerweise hätten wir gerne auf die Werbewirkung der Berichterstattung gesetzt, allerdings haben wir aktuell durch die Einschränkungen durch Corona lediglich eine reduzierte Toilettenkapazität und gewisse Mindestabstände auch auf dem Außengelände vorzusehen, daher haben wir die Veranstaltung auf gut hundert Plätze beschränkt. Hierdurch war sie dann leider auch seit gut zwei Wochen ausgebucht und es war schlicht keine Kapazität mehr für Laufkundschaft vorhanden. Wir bitten hierfür um Entschuldigung.

Der NDR berichtete live

Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei allen Besuchern, die die für die Fernsehkameras notwendige Beleuchtung geduldig ertrugen, bis dann um kurz nach zehn die meisten Dreharbeiten abgeschlossen waren und sich der Nachthimmel in aller Dunkelheit über die Sternwarte legte. Die Beiträge des NDR wurden und werden mitunter in den NDR-Nachrichten “NDR-Info” und bei “Hallo Niedersachsen!” gezeigt.

Neu dabei war auch eine bundesweite Berichterstattung in der ARD, dem “Ersten”. Hier berichtete am 12. August die 12 Uhr-Tagesschau über die Nacht der Perseiden an unserer Sternwarte und das ARD-Mittagsmagazin um 13 Uhr. Vielleicht hat sich der eine oder andere Gast ja im Fernsehen wiedergefunden.

Das Team der Sternwarte bedankt sich riesig für den schönen Abend bei unseren Gästen und auch noch einmal ganz herzlich beim Team des NDR.

Astro-Abend im August sehr gut besucht

Der zweite Astro-Abend an der frischen Luft (nach der Schließung aufgrund der Corona-Pandemie) am 7. August lockte diesmal wieder zahlreiche Besucher in die Sternwarte. Bei auch nachts noch angenehmen 18 °C blieben unsere Gäste gern bis weit in die Nacht hinein. Die letzten verabschiedeten sich um ein Uhr morgens, nachdem viele noch einen Blick durch die Teleskope auf die Planeten Jupiter und Saturn, sowie unseren Mond warfen.

Viele haben auch bereits Sternschnuppen des Perseiden-Meteorschauers vor dem Panorama der Milchstraße über der Sternwarte erblickt, dessen Aktivitätsmaximum innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden erwartet wird. Wir bieten hierfür eine eigene Beobachtungsveranstaltung an, die jedoch ebenfalls bereits seit knapp zwei Wochen ausgebucht ist.

Die Milchstraße über der Sternwarte
Milchstraße über der Sternwarte

Auch unsere fünfzig zur Verfügung stehenden Plätze zum Astro-Abend waren bereits zwei Wochen vorher ausgebucht. Aufgrund der begrenzten Außenfläche, die wir bestuhlen können, und der aufgrund der Corona-Verordnung reduzierten Kapazität der Toiletten, können wir leider nicht mehr Anmeldungen zu unseren Veranstaltungen zulassen. Wir bitten hierfür um Entschuldigung.

Gerne würden wir auch die Zahl unserer Veranstaltungen erhöhen, dafür fehlt es uns jedoch schlicht an Referenten und Personal um die Besucher und Vorträge zu betreuen. Unsere Referenten arbeiten aktuell alle ehrenamtlich für die Sternwarte und sind ansonsten voll berufstätig.
Haben vielleicht Sie Lust, unser Team zu verstärken? Falls Sie gerne einmal einen Vortrag bei uns halten möchten, sind Sie uns jederzeit herzlich willkommen. Melden Sie sich einfach bei uns per Mail.

Sternschnuppen-Schauer der Perseiden nimmt zu

Der Meteor-Schauer der Perseiden nimmt allmählich Fahrt auf, so dass nun jede Nacht mehr Sternschnuppen über das Himmelspanorama ziehen. Die Zahl der im Mittel sichtbaren Sternschnuppen pro Stunde steigert sich noch langsam bis zum 12. August auf bis zu 110 Stück. Das theoretische Maximum wird für die Zeit von 10 bis 23 Uhr Ortszeit erwartet.

Die Sternewarte St. Andreasberg lädt zu diesem Ereignis wieder herzlich ein. Genießen Sie die Sternschnuppen mit uns zusammen auf unserer Beobachtungswiese an der Sternwarte. Details finden Sie hier.

Ursprung

Der Komet 109P/Swift-Tuttle (Quelle: NASA)

Die Perseiden haben ihren Ursprung in den zurückgebliebenen Staubkörnern des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die einst auch den Schweif des Kometen bildeten. Diese Kleinstpartikel – etwa ein bis zehn Millimeter groß – reisen mit einer Restgeschwindigkeit auf der ehemaligen Bahn des Kometen weiter um die Sonne. Trifft unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne auf diese ehemalige Kometenbahn, so lenkt ihre Anziehungskraft die Kometenpartikel ab. Einige davon werden auf eine Spiralbahn um die Erde gelenkt und verglühen in unserer Atmosphäre.

Dabei stoßen die Partikel vermehrt auf die Gasatome unserer Atmosphäre, wodurch sie sich aufgrund der Reibung stark erhitzen. Ab einer Temperatur von 1900 bis 2300 °C verdampfen dann die äußeren Atome des Partikels (Ablation), und es bildet sich eine heiße Gashülle darum. Die Atome dieser Gashülle kollidieren nun wiederum mit Atomen der Atmosphäre, was diese aufheizt und anregt. Dabei werden Elektronen der Gasatome auf energiereichere Bahnen um das Atom gehoben. Fallen die Elektronen anschließend wieder auf ihre ursprünglichen Bahnen zurück, emittieren sie die freigewordene Energie als sichtbares Licht, was schlussendlich zu den langgezogenen Leuchterscheinungen am Nachthimmel führt.

Namensgeber des Meteorschauers ist dabei der sogenannte Radiant. Hierbei handelt es sich um den gedachten Punkt am Himmel, in dem sich die rückwärtigen Verlängerungen eines Großteils der Leuchtspuren zu schneiden scheinen. Im Falle der Perseiden liegt dieser Radiant nahe dem Sternbild Perseus, welches aktuell am nord-östlichen Nachthimmel unter der Kassiopeia (dem Himmels-W) zu sehen ist.

Der nord-östliche Sternenhimmel über St. Andreasberg am 11. August um 23.00 Uhr Ortszeit mit Markierung des Radianten der Perseiden.

Übersicht über die jährlich wiederkehrenden Meteor-Schauer

Zeit (Maximum)NameHerkunftStündliche Rate,
wenn Radiant im Zenit
1. Januar bis 5. Januar
(3. Januar)
Quadrantiden
(Bootiden)
Asteroid 2003 EH1120
25. Januar bis 15. April
(24. März)
Virginidenekliptikal5
16. April bis 25. April
(22. April)
LyridenKomet C/1861 G1 (Thatcher)18
19. April bis 28. Mai
(5. Mai)
Mai-Aquariiden
(η-Aquariiden)
Halleyscher Komet60
15. April bis 15. Juli
(19. Mai)
Sagittaridenekliptikal5
12. Juli bis 25. August
(3. August)
Juli-Aquariiden
(δ-Aquariden)

20
17. Juli bis 24. August
(12. August)
Perseiden
(Laurentius-Tränen)
Komet 109P/Swift-Tuttle110
6. Oktober bis 10. Oktober
(8. Oktober)
Draconiden auch GiacobinidenKomet 21P/Giacobini-Zinnervariabel
2. Oktober bis 7. November
(21. Oktober)
OrionidenHalleyscher Komet23
1. Oktober bis 25. November
(5. November und 12. November)
Tauridenekliptikal5
14. November bis 21. November
(17. November)
LeonidenKomet 55P/Tempel-Tuttlevariabel
7. Dezember bis 17. Dezember
(14. Dezember)
GeminidenAsteroid 3200 Phaethon120
Jährlich wiederkehrende Meteor-Schauer

Vereinstreffen Astro-Fotografie

Am Wochenende trafen sich rund ein Dutzend unserer Mitglieder zu einem Vereinsabend mit Schwerpunkt Astro-Fotografie, erstmalig nach langer Zeit nach der Corona-Schließung. Wir hatten das Glück, dass Neumond und schönes Wetter zusammenfielen und konnten somit eine zuweilen zwar kurze, aber dennoch sehr schöne und sternenreiche Nacht genießen.

Auch wenn die Sternwarte am Südhang gelegen ist und der Blick nach Norden durch das Gebäude begrenzt wird, gelang unserem Mitglied Dr. Andreas Fischer dieses Bild des Kometen Neowise zusammen mit unserer Sternwarte.

Der Komet Neowise über der Sternwarte
Der Komet Neowise (C/2020 F3) über der Sternwarte St. Andreasberg

Der Komet ist die nächsten vier Wochen noch gut am Nordhimmel zu sehen und steigt bis zum 28. Juli sogar noch höher.

Aktuelles und nähere Informationen zu Neowise
Der Komet Neowise

Unser Mitglied Ralf Lange nahm den Kometen auf der nahegelegenen Jordanshöhe am Stadtrand St. Andreasberg in den Fokus. Dort entstand das nebenstehende Bild.

Weitere Bilder folgen an dieser Stelle, sobald die Nachbearbeitung abgeschlossen wurde.

Komet Neowise (C/2020 F3) aktuell im Norden

Der Komet Neowise (C/2020 F3) ist aktuell die ganze Nacht durch im Norden und mit bloßem Auge zu sehen. In der Abenddämmerung findet man ihn momentan bei 320° (nord-nord-westlich) auf der Kompass-Rose und 22° oberhalb des Horizonts. Im Verlauf der Nacht wandert er unterhalb des Polarsterns durch und steigt morgens im nord-östlichen Himmel wieder auf, bis er von der Morgendämmerung verschluckt wird.

Der Komet steigt bis zum 28. Juli noch etwas höher und bekommt einen noch längeren Schweif.

Jahreshauptversammlung der Sternwarte

Am 07. März tagte die Jahreshauptversammlung des Vereins.

Der langjährige Vorsitzende und Wegbereiter Utz Schmidtko trat aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Die Versammlung dankte Utz Schmidtko für sein fast zehnjähriges Engagement im Verein und wünschte ihm für seine Zukunft alles Gute. Utz Schmidtko möchte dem Verein aber auch zukünftig noch als Referent erhalten bleiben.

Auch unser Schriftführer Jörg Zimmermann bat um Ablösung, weshalb es gleich zwei Vorstandsämter neu zu besetzen galt.
Zum neuen Vorsitzenden ist der ehemalig stellvertretende Vorsitzende Hendrik Millner gewählt worden, sein Stellvertreteramt übernimmt zukünftig unser langjähriges Mitglied und Astrofotograf Dr. Wolfgang Hirsch.
Neuer Schriftführer wurde Dr. Martin Erhard, der uns schon häufig bei der Vorstandsarbeit unterstützt hat.

Neu zum Vorstand dazu kamen die beiden Beisitzer Frank Klauenberg und Josha Koch, die bereits lange Zeit als Beiräte des Vorstands tätig waren.

Das neue und verstärkte Team im Vorstand freut sich auf seine Arbeit.

Das neue und verstärkte Team im Vorstand freut sich darauf, die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen und die Sternwarte weiterentwickeln zu können.