Alle Beiträge von Joshua Koch

Komet 3I Atlas

Der Komet 3I Atlas (C/2025 N1), entdeckt am 1. Juli 2025 vom Frühwarnsystem ATLAS, ist das bisher 3. bekannte Objekt, von dem nach derzeitigem Stand angenommen wird, dass es von außerhalb des Sonnensystems kommt. Der Komet hatte seine größte Helligkeit Ende Oktober, war zu der Zeit aber nicht beobachtbar, da er zu dicht an der Sonne und damit in der Morgendämmerung lag. Mittlerweile liegt der Komet im Sternbild Krebs und wandert langsam entlang der Ekliptik in das Sternbild Zwillinge auf den Jupiter zu.

Die durch Beobachtung gewonnenen Daten zeigen, dass der Komet langsamer an Helligkeit verliert, als die ursprünglichen Extrapolationen annehmen ließen. Daher dürfen wir annehmen, dass er bei guten Bedingungen auch Ende Januar noch mit größeren Teleskopen (>30 cm) beobachtbar sein sollte, fotografisch aber sichtbar gemacht werden kann. Die Magnitude sollte dann um 13 liegen. Dies ist mit Sicherheit eine Herausforderung, aber so häufig hat man nicht die Chance, einen Kleinkörper von außerhalb des Sonnensystems zu beobachten.

Gaia schaut bei der Planetenentstehung zu

Der ESA-Satellit Gaia hat erstmals Hinweise auf Begleiter in sehr jungen Sternsystemen gefunden – darunter mögliche Planeten, die sich gerade erst bilden. Planeten entstehen in protoplanetaren Scheiben aus Gas und Staub um junge Sterne. Bisher war dieser Prozess nur sehr schwer direkt zu beobachten. Die Raumsonde Gaia misst extrem genau, wo Sterne am Himmel stehen und wie sie sich bewegen. Dabei gelang es jetzt erstmals, auch bei jungen, instabilen Sternen die typischen minimalen Positions- und Bewegungswechsel nachzuweisen, die entstehen, wenn ein für uns unsichtbarer Begleiter (z. B. ein Planet) mit seiner Gravitation an einem jungen Stern „zerrt“. Die Europäische Südsternwarte (ESO) hat basierend auf Beobachtungen mit dem Atacama Large Millimetre Array eine Collage von den 31 entdeckten protoplanetaren Scheiben veröffentlicht. Die vermuteten Positionen der Begleiter sind in Cyan markiert. Unten rechts ist zusätzlich eine Rekonstruktion unseres Sonnensystems abgebildet, wie es vermutlich in einem Alter von einer Million Jahren ausgesehen hat. In Cyan ist die Lage der Jupiterbahn eingezeichnet.

Bild: ESO, ESA/Gaia/DPAC, M. Vioque et al.
Bild: ESO, ESA/Gaia/DPAC, M. Vioque et al.

Polarlichter über dem Harz

In der vergangenen Nacht zeigte sich über Deutschland ein außergewöhnliches Naturschauspiel: Extreme Polarlichter erhellten den Himmel mit einer Intensität, wie sie seit über 20 Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Selbst in Süddeutschland waren die leuchtenden Strukturen deutlich sichtbar.

Besonders eindrucksvoll präsentierte sich das Schauspiel im Raum Harz. Dort zogen über mehr als eine Stunde hinweg markante grüne Polarlichtbänder über den Nachthimmel und boten einen seltenen Anblick, der viele Beobachter in Staunen versetzte.

Ein Video, aufgenommen von unserem Vereinsmitglied Joshua Koch mit einer AllSky-Kamera in Sankt Andreasberg im Harz, zeigt dieses beeindruckende Schauspiel in besonders schöner Weise.

Eine kleine Auswahl besonderer Fotos, aufgenommen von unseren Vereinsmitgliedern.

Sie wollen uns Ihr Foto zur Verfügung stellen?

SpaceX senkt die Flughöhe seiner Satelliten

SpaceX senkt die Flughöhe seiner Satelliten

SpaceX hat angekündigt, im kommenden Jahr die Flughöhe seiner rund 4400 Starlink-Satelliten von 550 km auf etwa 480 km abzusenken und damit diesen stark frequentierten Orbit zu verlassen. Erst im Dezember 2025 geriet ein Starlink-Satellit außer Kontrolle und hinterließ eine Trümmerwolke. Mit dem tieferen Orbit bereitet sich SpaceX auf das bevorstehende solare Minimum vor, wenn die abnehmende Sonnenaktivität weniger Energie in die Erdatmosphäre deponiert und diese merklich schrumpft. In der niedrigeren Umlaufbahn spüren die Satelliten den atmosphärischen Widerstand stärker und müssen ihre Höhe regelmäßiger korrigieren. Erreicht ein Satellit das Ende seiner Lebensdauer oder fällt aus, verglüht er innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten in der Atmosphäre, statt über Jahre hinweg im Orbit zu verbleiben. Für Astronomen bedeutet die Absenkung, dass die bekannten Starlink-Ketten und -Satelliten früher nach Sonnenuntergang verschwinden, wodurch die störenden Sichtungen abends kürzer ausfallen. Spätestens nach Ende der astronomischen Dämmerung sind alle Satelliten im Lower-Earth-Orbit vollständig im Erdschatten und nicht mehr sichtbar.

Ein Paket von SpaceX Starlink Satelliten, bevor sie in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Bild: SpaceX
Ein Paket von SpaceX Starlink Satelliten, bevor sie in die Erdumlaufbahn gebracht werden. Bild: SpaceX

Mondentstehungsscheibe um einen Exoplaneten vermessen

625 Lichtjahre von der Erde entfernt umkreist der Planet CT Cha b seinen Stern CT Cha. Es ist ein mit einem Alter von zwei Millionen Jahren junger Stern, der immer noch zirkumstellares Material ansammelt. Neben der großen Akkretionsscheibe, die den Stern umgibt, entdeckte das James-Webb-Weltraumteleskop eine kleinere um seinen Planeten. Dem Teleskop gelang es, die chemischen und physikalischen Eigenschaften der kleineren Scheibe zu messen. Die Ergebnisse helfen den Forschungsteams, die Entstehung von Planeten und Monden besser zu verstehen.

Bild: Künstlerische Darstellung der zirkumplanetaren Scheibe. Credits - NASA, ESA, CSA, STScI, Gabriele Cugno (Universität Zürich, NCCR PlanetS), Sierra Grant (Carnegie Institution for Science), Joseph Olmsted (STScI), Leah Hustak (STScI)
Bild: Künstlerische Darstellung der zirkumplanetaren Scheibe. Credits – NASA, ESA, CSA, STScI, Gabriele Cugno (Universität Zürich, NCCR PlanetS), Sierra Grant (Carnegie Institution for Science), Joseph Olmsted (STScI), Leah Hustak (STScI)

Staubhüllen um das Sternenpaar Apep

Vorangegangene Beobachtungen des Wolf-Rayet-Sternenpaars Apep hatten eine einzige Staubhülle gefunden. Jetzt hat das James-Webb-Weltraumteleskop die vier im Bild gezeigten Staubhüllen nachgewiesen. Das Sternenpaar emittierte sie in den letzten 700 Jahren – und zwar immer dann, wenn sich die beiden Sterne nahe beieinander befanden. Das passiert einmal alle 190 Jahre und dauert 25 Jahre. Bei genauem Hinsehen erkennt man Löcher in den Staubschichten. Deren Verursacher ist ein dritter Stern, ein Überriese mit einer größeren Umlaufbahn.

Bild: NASA, ESA, CSA, STScI; Wissenschaft: Yinuo Han (Caltech), Ryan White (Macquarie University); Bildverarbeitung: Alyssa Pagan (STScI)
Bild: NASA, ESA, CSA, STScI; Wissenschaft: Yinuo Han (Caltech), Ryan White (Macquarie University); Bildverarbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

Zu Besuch bei einem Teleskop-Treffen im Oberharz

Stadt Land Mensch – Die Deutschlandreportage · 10.12.2025 · 10 Min.

Die Hobby-Astronomie hat bundesweit Zulauf: Ein Grund dafür ist vermutlich, dass die Digitalisierung auch in diesem Bereich Einzug gehalten hat: Mit Smart-Teleskopen, die oft günstiger sind als klassische Teleskope, und mit einfach zu bedienenden Apps. Diese digitalen Hilfsmittel machen die anspruchsvolle Beschäftigung für viele Menschen leichter zugänglich. Im Oberharz in Niedersachsen gibt es einen engagierten Verein, dessen Mitglieder mit Leidenschaft in den Himmel gucken: Er betreibt die Sternwarte St. Andreasberg. Sie ist die höchstgelegene in Norddeutschland. Über ihr ist der Himmel meist sehr dunkel und klar. Sibylle Kölmel hat das „St. Andreasberger Teleskop-Treffen“ besucht und dort mit Astronominnen und –Astronomen über ihr Hobby gesprochen.