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Das Sternbild Circinus/Zirkel

Herkunft, Mythologie, Beobachtungshinweise

Zusammengestellt von E.-Günter Bröckels

1 Der Name

Auch das hier beschriebene Sternbild gehört zu den späten Sternbildern, die erst in der Neuzeit der Astronomie am Südsternhimmel eingefügt wurden. Wurden in der Antike hauptsächlich mythische Personen und Tiere als Sternbilder am Himmel verewigt, so wurden in der Neuzeit überwiegend für die damalige Zeit unverzichtbare und epochemachende Erfindungen als Sternbilder publiziert. So kam auch der Zirkel, im Althochdeutschen Circil genannt, ein Zeichen- und Hilfsgerät zum Zeichnen von Kreisen bzw. allgemeiner zum Übertragen von Distanzen und zum Abstecken von täglichen Reiselängen auf Seekarten unter der lateinischen Bezeichnung Circinus an den damals noch sternbildarmen Südhimmel.

Der Zirkel galt schon im vorchristlichen Altertum als Instrument der planend entwerfenden Intelligenz und ist seither auch Symbol für aktive Schöpfungskraft und neben der Waage auch Symbol für abwägende Geistestätigkeit, Gerechtigkeit, Klugheit, Mäßigung und Wahrheit.   

Zum Erstellen von Zeichnungen war und ist dieses Instrument also unverzichtbar. In der antiken Geometrie waren Zirkel und Lineal geradezu heilige Gegenstände. Außerdem ist er ein in der ebenen Euklidischen Geometrie verwendetes mathematisches Instrument, das einen Kreis um einen gegebenen Punkt zieht.

Wir finden den Zirkel unter anderem auf historischen und astronomischen Bildern als Algorithmus oder Handwerkszeug, zum Beispiel auf einer Darstellung des Gottes Uranus als Schöpfer der ersten Welt oder auf einem Bild aus dem Segelhandbuch „Licht der Zeevaert“ von Wilhelm Bleau aus dem Jahr 1608.

Christliche Darstellung „Gott erschafft die Welt“

Uranus als Schöpfer der ersten Welt

Schon die Menschen der Steinzeit verwendeten den Zirkel, allerdings in einer sehr vereinfachten und für deren Zeit genialen Ausführung. Sie rammten einen Pfahl an einer vorher festgelegten Stelle in den Boden, befestigten ein Seil mit einer beweglichen Seilöse daran und in einem ganz bestimmten Abstand zum stehenden Pfahl einen weiteren Pfahl, mit dem sie nun einen genauen Kreis um den stehenden Pfahl ziehen konnten. In dieser Art wurden zum Beispiel die Steinkreise für das Sonnen- und Mondobservatorium von Stonehenge angelegt.

Ausschnitt aus Segelhandbuch „Licht der Zeevaert“ von Wilhelm Bleau 1608

Aufzeichnungen von Entdeckungen und Erfindungen, unter anderen die von Leonardo da Vinci, wären ohne Einsatz eines Zirkels nicht möglich gewesen, denn in der Antike war der Zirkel neben dem Lineal das einzige Hilfsmittel zur Konstruktion geometrischer Objekte.

Auch in der Geometrie und bei der Konstruktion waren Zirkel und Lineal die einzigen Hilfsmittel, um geometrische Zeichenoperationen auszuführen wie zum Beispiel Parallelverschiebungen von Geraden, Errichten der Senkrechten auf einer Gerade, der Mittelsenkrechten auf einer Strecke, Konstruktion von Dreiecken, Trapezen, Parallelogrammen, Rechtecken, regelmäßigen Sechsecken und vielem mehr.

Im Mittelalter wurde der Zirkel zum Symbol der Geometrie, der kosmischen Ordnung und Planungsarbeit, insbesondere in der Baukunst sowie Erd-, Land- und Stadtvermessung. In der bildenden Kunst zeigen Buchmalereien den Weltenrichter als Geometer, der den Erdkreis vermisst. Der Zirkel ist mit dem Winkelmaß und dem heiligen Buch noch heute ein Symbol der Freimaurerei. Die Logengründer orientierten sich dabei an Innungszeichen, welche den Baubruderschaften der Dombauhütten entlehnt wurden, die diese Kombination, Zirkel – Winkelmaß – Buch, als Symbol führten. Bei den Freimaurern kam dem Öffnungswinkel der Zirkelschenkel eine zusätzliche Bedeutung zu, ebenso wie der Anordnung von Zirkel und Winkelmaß zueinander. Ein Zirkel ist auch eines der Attribute der Temperantia, der Personifikation der Mäßigung und Besonnenheit. Sie ist eine der vier platonischen Kardinaltugenden und hat das Ziel Mittigkeit / Harmonie durch Ausgleich der allseitigen Extreme, also aus verschiedenartigsten Teilen, ein einziges geordnetes Ganzes zu erreichen. Auch der personifizierten Melancholie, wie z. B. in Albrecht Dürers Kupferstich Melencolia I aus dem Jahr 1514, wird der Zirkel als Attribut zugeordnet.

In der deutschen Geschichte gehörte nach 1945 der Zirkel zusammen mit einem Fäustel (Doppelkopfhammer) und einem Ährenkranz zum Emblem des Arbeiter- und Bauernstaates DDR. Der Zirkel symbolisierte darin die „Schicht der Intelligenz“.

Unterschiedliche Arten von Zirkeln

Der Fäustel oder Doppelkopfhammer und der Ährenkranz standen für die Arbeiter- bzw. Bauernschaft. Der Zirkel findet sich auch als Symbol in der Kunstrichtung Sozialistischer Realismus.

Im Jahre 1756 stellte der französische Astronom Nicolas-Louis de Lacaille die Konstellation des Sternbildes Circinus mit dem französischen Namen „le Compas“ vor. In dieser ersten ausführlichen Karte des südlichen Sternenhimmels benannte Lacaille 14 Konstellationen und stellte die neuen Sternbilder von Norma, Circinus und Triangulum Australe, Quadrant und Lineal als zusammengehörige Sternbildgruppe in einen Satz von Zeichnerinstrumenten. Circinus erhielt seinen heutigen Namen im Jahre 1763, als Lacaille eine aktualisierte Himmelskarte mit lateinischen Namen für die von ihm eingeführten Konstellationen veröffentlichte. Im nachfolgenden Bild ist der Zirkel als „le Compas“ unter den Vorderhufen des Centaurs zu sehen.

Planisphere des Etoiles Australes von Nicolas-Louis de Lacaille, 1756

2 Das Sternbild

Circinus     Genitiv: Circini     Abk.: Cir     dt. Zirkel

2.1 Die Sterne

Der Zirkel ist ein unauffälliges Sternbild bestehend aus einer Gruppe von Sternen, von denen nur einer die 3. Größenklasse erreicht. Seine Sternbildgrenzen reichen in Rektaszension von 13h38m43s bis 15h30m22s und in Deklination von -70°37´28“ bis hinauf nach -55°26´11“. Somit ist es erst ab 19° nördlicher Breite südwärts vollständig sichtbar. Die offiziellen Konstellationsgrenzen, wie sie von Eugène Delporte, einem Mitglied der Internationalen Astronomischen Union (IAU), 1930 festgelegt wurden, werden durch ein Polygon von 14 Segmenten definiert, die 93 Quadratgrad umschließen. Umgeben von seinen Nachbarsternbildern Lupus, Centaurus, Musca, Apus, Triangulum Australe und Norma liegt das Sternbild Circinus linksseitig auf einer Verlängerung einer Linie von β Cen, Hadar, nach α Cen, Rigil. Die Sterne im Sternbild Zirkel haben keine Eigennamen.

α Circini, der mit 3m19  hellste Stern im Zirkel, ist ein Doppelsternsystem. Ein mit 8m6  leuchtender Begleiter umkreist den Hauptstern in 16“ Abstand. Die beiden Sterne sind bereits mit einem kleineren Teleskop in Einzelsterne auflösbar. Auf der Position RA 14h42m30s / Dec -64°58´30“ markiert Alpha Cir die Verbindungsstelle der Zirkelschenkel in einer Entfernung von 54 Lichtjahren zur Erde. Sein Licht kommt von einer 7.500 K heißen Oberfläche eines A7 Vp Spektraltyps. Er ist mit 0,03m gering variabel.

β Cir, auf der Position RA 15h17m31s / Dec -58°48´04“stehend, markiert die nordwestliche Schenkelspitze mit einer Helligkeit von 4m069 aus einer Entfernung von 97 Lichtjahren. Er gehört zur Spektralklasse A3 Va  und ist rund 9.700 K heiß.

Am 30. Oktober 2015 wurde bei Beta Cir ein brauner Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von 2.084 K und einer Helligkeit von nur 22m entdeckt. Er bekam die Bezeichnung Beta Circinus (klein) b und wurde neuesten Untersuchungen zufolge, z.B. Abstand zum Hauptstern, Umlaufzeit, Eigenrotation, als Exoplanet eingestuft.

γ Cir, der dritte figurbildende Stern, markiert auf der Position RA 15h23m22s / Dec -59°10´15“ die nordöstliche Schenkelspitze des Zirkels. Gamma Cir wurde schon 1885 von W. Herschel als Doppelstern deklariert. Die Hauptkomponente, ein Unterriese, ist ein 15.135 K heißer B5 IV Spektraltyp, der in 1 Bogenminute Abstand von einem 4.780 K heißen  F8 V-Stern in 258 Jahren einmal umkreist wird. Das ganze System ist 450 Lichtjahre von uns entfernt.

δ Cir ist mit der gemeinsamen Helligkeit von 5m09 ein sehr helles Mehrfachsternsystem, welches sich schon in kleinen Teleskopen trennen lässt. Die Hauptkomponente δ Cir A wird von zwei sich in 3,9 Tagen umkreisenden O8- und O9.5-Sternen, δ Cir Aa und δ Cir Ab, umrundet. Ein weiterer Begleiter ist δ Cir B, ein mit 13m gelb leuchtender G5-Stern mit einer Oberflächentemperatur von rund 5.000 K. Das hier gewonnene Mischspektrum ist O7.5 III.

Hierzu gesellt sich der 6m0 helle Stern mit der Katalognummer HD135160, der zur Spektralklasse B05 gehört, seinerseits einen Begleiter hat und das δ Cir A-System in 4 Bogenminuten Abstand umkreist. Dieses ganze System steht auf der Position RA 15h16m57s / Dec -60°57´26“ und 770 pc oder 2.500 Lichtjahre tief im Raum. Zum Aufsuchen braucht man nur den Abstand β Cen / α Cen = Toliman einmal nach Westen zu verlängern.

ε Cir, ein 4m86 heller, orange leuchtender Riesenstern der Spektralklasse K2.5 III, schickt uns sein Licht aus 410 Lichtjahren Entfernung. Seine Position ist RA 15h17m39s / Dec -63°36´38“ und somit sehr nahe der Grenze zum „Südlichen Dreieck“.

θ Cir zeigt sich als 5m1 helles Doppelsternsystem. Die Komponenten gehören den Spektralklassen B4 Vnp und B4 Vnpe an, sind beide 5m9 hell und umkreisen sich in 39,6 Jahren einmal. Ihr Licht braucht bis zu uns 276 +/- 7 Jahre. Im Sternbild steht dieses System auf der Position RA 15h04m48s / Dec -64°01´53“ nordwestlich von Alpha Circini.

η Cir ist ein 5m2 heller gelber Riese der Spektralklasse G8 III und steht 276 Lichtjahre tief im Weltall.

ζ Cir strahlt als 6m9 heller, blau-weißer Hauptreihenstern. Sein Lichtspektrum aus einer Raumtiefe von 1.273 Lichtjahren verrät uns einen über 20.000 K heißen B3 V-Stern.

2.2 Deep-Sky-Objekte

Die Circinusgalaxie (ESO 97-G13) ist eine Seyfertgalaxie vom Typ-2 im Sternbild Zirkel.  Sie ist die unserer Galaxie, der Milchstraße, am nächsten stehende bekannte aktive Galaxie. Sie befindet sich gerade einmal 4 Grad unterhalb der Galaktischen Ebene und ist etwa 13 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Galaxie enthält große Mengen an turbulentem Gas, das in zwei Ringen um das Zentrum konzentriert ist. Der innere Ring weist einen Radius von etwa 130 Lichtjahren auf, während der äußere Ring etwa 700 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt ist. Er zeigt alle Merkmale einer starken Sternentstehung. Weil diese Galaxie  von Materie unserer eigenen Galaxie verdunkelt wird, wurde sie erst in den 1970er-Jahren entdeckt, obwohl es sich um eine relativ nahe gelegene Galaxie handelt. Ihre Position ist RA 14h13m10s / Dec -65°20´21“. In dieser Galaxie wurde im Jahr 2001 ein helles, variables Objekt vom Chandra Röntgenobservatorium beobachtet, welches erst fast ein Jahrzehnt später als SN 1996cr bestätigt wurde.

Circinusgalaxie ESO 97-G13 (HST)

NGC 5315 ist ein beinahe glückskleeblattförmiger planetarischer Nebel, welcher am 4. Mai 1863 von Ralf Copeland auf der Position RA 13h53m57s / Dec -66°30´50“, also 5,2 Grad südwestlich von Alpha Circini, in 7.000 Lichtjahren Entfernung entdeckt wurde.  Dazu benutzte er den Leviathan von Lord Rosse. Das 9m8 helle Licht verteilt sich auf eine Fläche von 0,23´ x 0,23´, wobei der Zentralstern nur eine Helligkeit von 14m2 aufweist. Um dieses Objekt flächig und in brauchbarer Auflösung zu sehen, bedarf es einer großen Öffnung bei 200-facher Vergrößerung.

Ralph Copeland (* 3. September 1837 in Woodplumpton (Lancashire); † 27. Oktober 1905 in Edinburgh) war ein britischer Astronom, vierter Regius Professor of Astronomy an der University of Edinburgh und der dritte Astronomer Royal for Scotland. Copeland studierte von 1865 bis 1867 Astronomie an der Georg-August-Universität in Göttingen und blieb bis 1869 an der dortigen Sternwarte. 1869/70 nahm er an der zweiten deutschen Nordpolarexpedition unter Leitung von Kapitän Carl Koldewey teil.

Planetarischer Nebel NGC 5315 (HST; Foto: ESA)

NGC 5823 ist ein 800 Millionen Jahre alter offener Sternhaufen aus 80 – 100 Sternen bestehend. Seine Flächenhelligkeit von 7m9 verteilt sich auf einen Raum von 12 Lichtjahren Durchmesser und kommt aus einer Entfernung von 3.500 Lichtjahren. Man findet ihn auf der Position RA 15h05m45s / Dec -55°37´30“, was 1826 erstmals James Dunlop getan hat.

Offener Sternhaufen NGC 5823

Im Sternbild Zirkel wurden mehrere Exoplaneten entdeckt. Wie oben beschrieben, wurde  bei Beta Circini ein Begleiter als Exoplanet eingestuft und auch  beim Stern HD129445 wurde 2010 ein jupiterähnlicher Exoplanet entdeckt. HD134060 besitzt sogar nachweislich 2 Exoplaneten.

2.3 Sonstiges

Aus dem Sternbild Circinus kommt der Meteorstrom der Alpha Circiniden (ACI). Sie wurden erstmals im Jahr 1977 entdeckt und registriert.

Literaturhinweise:

  • Sternbilder von A bis Z                                              Dausien
  • Buch der Sterne                                                             Guinness
  • Lexikon der Astronomie                                           Spektrum
  • Internet z. B. Wikipedia                                            div. Autoren
  • Meyers Handbuch Weltall                                      Schaifers/Traving
  • Lexikon der Symbole                                                  Becker

Die Serie der Sternbildbeschreibungen wird fortgesetzt.

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Die neue Sternwarte entsteht

Seit ein paar Monaten sind die Bauarbeiten an der Grundschule Grönauer Baum in vollem Gange. Am 15. November zieht die betreute Grundschule aus den zukünftigen Räumen der Sternwarte Lübeck aus. Diese werden dann von der Stadt saniert. Der Turm wird im Februar 2020 gebaut. Die Kuppel ist ebenfalls bereits in der Fertigung bei Baader Planetarium. Die Fertigstellung ist weiterhin für Spätsommer 2020 geplant.

Der neue Beobachtungsturm wird baulich vom Schulgebäude getrennt errichtet. Dies reduziert störende Thermik-Effekte durch die Gebäudeheizung.
Grundriss der neuen Räume mit Seminarraum, Arbeitsraum, WCs und Lager.

Die Außenanlagen sind nun fast fertig. Der Weg für unsere Gäste in den neuen Vortragsraum ist bereits sehr schön angelegt. Er wurde extra für Rollstuhlfahrer verbreitert. Außerdem gibt es direkt am Weg fünf PkW-Stellplätze, von denen ebenfalls einer behindertengerecht verbreitert ist.

Der neue breite Weg in den zukünftigen Vortragsraum der Sternwarte.

Bei einem Ortstermin fielen uns leider die neuen Laternen Modell 23. Jahrhundert ins Auge, die in alle Richtungen das Schulgelände und den Himmel schön hell beleuchten. Das sieht zwar schick aus, drohte aber, den Sternenhimmel komplett zu überstrahlen! Nach einigen Anstrengungen konnten wir erreichen, dass wir die Laternen während unserer Beobachtungen separat ausschalten können.

Die modernen Laternen mit Rundumbeleuchtung.

Also, freuen Sie sich mit uns auf 2020. Das wird ein wunderbares Jahr für unseren Verein und die Lübecker Bürger!

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Merkurtransit am 11. November 2019

Der Merkur ist der innerste Planet unseres Sonnensystems und wird am 11. November 2019 vor der Sonnenscheibe vorüberziehen.

Die Sichtbarkeit des Transits beginnt bei uns mit dem ersten Kontakt um 13:35 Uhr und endet mit Sonnenuntergang, auch wenn der eigentliche Transit noch bis 19:05 Uhr dauert.

Bei entsprechendem Wetter können Sie mit einigen Mitgliedern des ASL e.V. den Transit durch ihre mit speziellen Sonnenfiltern geschützen Teleskope beobachten.

Treffpunkt ist ab 12:30 Uhr auf der Wiese vor dem Marli-Freibad im Drägerpark.

Seien Sie dabei, denn die nächste Gelegenheit, einen Merkurtransit zu beobachten, kommt erst 2032!

In unserem Artikel über den letzten Merkurtransit am 09. Mai 2016 lesen Sie mehr über dieses Himmelsereignis.

Erwarten Sie allerdings nicht zu viel:  Merkur erscheint so klein vor der Sonnenscheibe,  dass er ohne vergrößernde Hilfsmittel nicht mit dem Auge aufgelöst werden kann. Eine Beobachtung allein durch eine Sonnenfinsternis-Brille ist daher nicht möglich.

Achtung:
Schauen Sie niemals mit einem ungeschützten Fernglas oder Fernrohr in die Sonne!  Eine sofortige und irreparable Schädigung Ihrer Augen wäre die Folge. Im schlimmsten Fall erblinden Sie! Besuchen Sie Ihre Sternwarte und beobachten Sie gefahrlos durch unsere Teleskope, die mit speziellen Vorrichtungen geschützt sind.

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So war die MoFi-Nacht am 16. Juli 2019 in Lübeck

Ein fast wolkenloser Himmel bescherte uns eine perfekte Sicht auf die partielle Mondfinsternis am 16. Juli 2019.

50 Jahre Apollo 11 und Start der Saturn-V-Rakete

Der Mond ist derzeit in aller Munde, denn am 20. Juli jährt sich die erfolgreiche Landung der Apollo 11 Mission zum fünfzigsten Mal. Das war der Tag, an dem Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf unseren Erdtrabanten setzte.

Am 16. Juli 1969 startete die Saturn-V-Rakete mit der Mondlandefähre an Bord. Dass genau 50 Jahre danach bei uns eine partielle Mondfinsternis zu beobachten ist, hätte man sich zum Jubiläum dieses historischen Ereignisses nicht passender wünschen können.

Sehr gute Beobachtungsbedingungen am neuen Standort der Sternwarte

Das Team der Sternfreunde Lübeck hatte sich mit 21 Mitgliedern am zukünftigen Standort der neuen Sternwarte eingefunden und zehnTeleskope zur Beobachtung des Himmelsschauspiels aufgebaut. Auch ein paar Gast-Astronomen waren mit eigener Ausrüstung aus dem Umland angereist.

Der neue Beobachtungs-Standort an der Grundschule Grönauer Baum bot eine sehr gute Rundumsicht. Außerdem gibt es trotz der relativen Nähe zur Innenstadt wenig störendes Umgebungslicht. Wir dürfen uns also in Zukunft auf viele weitere spannende Beobachtungsnächte an der neuen Sternwarte freuen!

Den etwa 80 Besuchern bot der Nachthimmel an diesem Abend nicht nur eine besonders gute Sicht auf die partielle Mondfinsternis. Durch seine Nähe zum Horizont wirkte der Mond auch besonders groß, weil man unbewusst seine scheinbare Größe mit den Dingen in der Umgebung vergleicht.

Um 22:02 MESZ trat der Mond in den Kernschatten der Erde ein, nur kurz nachdem er hinter den horizontnahen Bäumen aufgegangen war. Bei dieser partiellen Mondfinsternis war um 23:31 MESZ die maximale Bedeckung von 66 % erreicht. Auch für Laien war gut erkennbar, dass die durch den Erdschatten erzeugte Mondsichel eine ganz andere Form hat als eine normale Mondsichel, die durch den mond-eigenen Schatten entsteht.

Planeten und ISS

Während wir auf den Mondaufgang warteten, konnten wir außerdem wunderbar unsere großen Gasplaneten Jupiter und Saturn betrachten. Die Besucher waren begeistert. Viele hatten noch nie zuvor Saturns Ringe oder Jupiters gelbe Streifen und Monde selbst durch ein Teleskop gesehen. Gekrönt wurde der Abend dann durch den zweimaligen Überflug der ISS, der um 23:07 und um 0:43 gut zu beobachten war.

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