Archiv der Kategorie: Himmel aktuell

Der Orionnebel

In dem auffälligen Wintersternbild Orion befindet sich in einer Entfernung von etwa 1350 Lichtjahren  eines der aktivsten Sternentstehungsgebiete unserer kosmischen Nachbarschaft, der Orionnebel (M42 im Messier-Katalog). Heiße Sterne in seinem Inneren beleuchten seine Staubbänder und regen sein  Wasserstoffgas zu einem intensiven, roten Leuchten an. Er ist so hell, dass er bereits in  einem Fernglas als farbloser Nebelfleck  erkennbar ist.  Seine Farben kommen dagegen erst auf einem Kamerabild zum Tragen.

Der blaue Reflexionsnebel über dem Orionnebel wird als Running-Man-Nebel bezeichnet, da er mit einiger Phantasie an eine laufende Person erinnert.

M42
M42, Orionnebel mit Running-Man-Nebel
Die Aufnahme entstand aus 12 Einzelbildern mit je 5 Minuten Belichtungszeit
Kamera: Canon EOS 1000Da
Teleskop: Newton 710mm – f/2,8
Foto: Torsten Brinker

Der Orionnebel befindet sich im unteren Teil des sanduhrförmigen Sternbilds Orion  unterhalb seiner Mitte aus drei markanten Sternen. Er ist im Februar  zu bequemer Zeit gegen 20:00 Uhr im Süden zu beobachten.

Der Orionnebel im Februar gegen 20:00 Uhr in südlicher Richtung

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Die Plejaden

Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier, der aus einigen hundert Sternen in einer mittleren Entfernung von etwa 440 Lichtjahren besteht. Mit bloßem Auge sind nur die hellsten sechs bis neun Sterne zu sehen. Im Fernglas offenbaren sich schon dutzende. Die volle Pracht mit seinen blau angestrahlten Reflexionsnebeln erschließt sich aber erst auf lange belichteten Fotos.

M45, Plejaden.
Diese Aufnahme entstand aus 10 Einzelbildern mit jeweils 5 Minuten Belichtungszeit.
Kamera: Canon 1000D
Teleskop: Newton 1000mm – f/5
Urheber: Torsten Brinker

Die Plejaden sind auf der Nordhalbkugel etwa von Juli bis April am Nachthimmel sichtbar. Jetzt, in der Winterzeit, sind die Plejaden besonders gut zu beobachten.

Aufsuchhilfe:
Zu diesen Zeiten stehen die Plejaden genau im Süden:
15. Dez. 2019:    22:27 Uhr
31. Dez. 2019:    21:24 Uhr
Höhe über Horizont: etwa 60 °

Die Plejaden am Südhimmel im Dezember.

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Merkur -Transit 2019

Ein Beobachtungsbericht

Der 11. November 2019 hat uns wieder ein seltenes astronomisches Ereignis geliefert:

Der innerste Planet, Merkur, zieht vor der Sonne vorbei. Er beschreibt eine Bahn in der Nähe des Sonnenäquators von Ost nach  West.  Merkur ist  so klein, dass er gerade mal einen Durchmesser von 11 Bogensekunden hat, bzw. 0,004 % der Sonnenscheibe bedeckt. Oder anders gesagt; der Merkur-Durchmesser passt 285 mal in den Sonnen-Durchmesser.

Dieses seltene Schauspiel wird erst wieder am 13. November 2032 zu beobachten sein.

Der erste Kontakt erfolgte um 13:35 MEZ. Der letzte Kontakt um 19:04 MEZ. Da die Sonne um diese Jahreszeit in unserer Breite schon recht tief steht, war der Sonnenuntergang in Lübeck bereits um 16:43 MEZ. Daraus folgt, dass bis zum Sonnenuntergang, der Merkur gerade mal bis zur Sonnenmitte gewandert ist.

Das norddeutsche Wetter machte es spannend…

Der 11. November 2019 begann mit Wolken. Den ganzen Vormittag sah es so aus, als wenn es nicht besser werden würde. Meine Beobachtungsplattform, in 15 Meter Höhe, war pünktlich zu diesem Ereignis fertig geworden. So habe ich mich entschlossen, trotz der Wolken, meinen Refraktor f=1000/ 102 aufzubauen. Zur Filterung des Sonnenlichtes benutze ich den Herschelkeil von Lacerta.  Eingebaut  mit den Filtern ND3 + SolarContinuum + UV/IR.

Um 13:00 MEZ war alles vorbereitet. Nur das Wetter spielte nicht mit; Wolken über Wolken. Das heißt: warten, warten, warten!   

Dann, um 13:13 MEZ; ich wurde unruhig. Die Wolkendecke fing langsam an aufzureißen. Das Warten wurde belohnt. Jetzt das Teleskop auf die Sonne ausrichten. Endlich, um 14:32 MEZ hatte ich die Sonne im Fokus und konnte eine erste visuelle Beobachtung durchführen. Ich war beeindruckt. Der Merkur war sofort klar und deutlich, ein kleines Stück vom Ost-Rand entfernt, zu erkennen.

Sofort umbauen auf Fotografie. Das Beobachtungsokular gegen die Canon EOS 50d tauschen, und los geht’s. 14:47 MEZ, das erste gute Foto der gesamten Sonnenscheibe, mit Merkur am Ost-Rand.

14:48 MEZ, ISO 100, 1/1600 s

Es folgten verschiedene Aufnahmeserien im Fokus, sowie mit Okularprojektion bei 99-facher Vergrößerung. Das letzte Bild konnte ich um 15:41 MEZ schießen.

15:23 MEZ, ISO 200, 1/800 s

Dann war der Spuk schlagartig vorbei. Es zog wieder eine dichte Wolkenschicht über die Sonne und ließ bis zum Sonnenuntergang keine weitere Beobachtung zu. Jedoch bin ich mit einer Ausbeute von 130 Fotos, in dieser kurzen Zeit, zufrieden. Jetzt kann ich ganz beruhigt auf den nächsten Merkur-Transit 2032 warten.    

15:31 MEZ, ISO 320, 1/250 s

 

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Merkurtransit am 11. November 2019

Der Merkur ist der innerste Planet unseres Sonnensystems und wird am 11. November 2019 vor der Sonnenscheibe vorüberziehen.

Die Sichtbarkeit des Transits beginnt bei uns mit dem ersten Kontakt um 13:35 Uhr und endet mit Sonnenuntergang, auch wenn der eigentliche Transit noch bis 19:05 Uhr dauert.

Bei entsprechendem Wetter können Sie mit einigen Mitgliedern des ASL e.V. den Transit durch ihre mit speziellen Sonnenfiltern geschützen Teleskope beobachten.

Treffpunkt ist ab 12:30 Uhr auf der Wiese vor dem Marli-Freibad im Drägerpark.

Seien Sie dabei, denn die nächste Gelegenheit, einen Merkurtransit zu beobachten, kommt erst 2032!

In unserem Artikel über den letzten Merkurtransit am 09. Mai 2016 lesen Sie mehr über dieses Himmelsereignis.

Erwarten Sie allerdings nicht zu viel:  Merkur erscheint so klein vor der Sonnenscheibe,  dass er ohne vergrößernde Hilfsmittel nicht mit dem Auge aufgelöst werden kann. Eine Beobachtung allein durch eine Sonnenfinsternis-Brille ist daher nicht möglich.

Achtung:
Schauen Sie niemals mit einem ungeschützten Fernglas oder Fernrohr in die Sonne!  Eine sofortige und irreparable Schädigung Ihrer Augen wäre die Folge. Im schlimmsten Fall erblinden Sie! Besuchen Sie Ihre Sternwarte und beobachten Sie gefahrlos durch unsere Teleskope, die mit speziellen Vorrichtungen geschützt sind.

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Außergewöhnlich frühe und sehr aktive Saison leuchtender Nachtwolken (NLCs)

Wer dieser Tage das gute Wetter nutzt und einen Abendspaziergang unternimmt, sollte einen Blick Richtung Nordhorizont werfen!

Dieses Jahr ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man dort leuchtende Nachtwolken zu sehen bekommt (Abk. NLC von engl. noctilucent clouds) .

Während es bei uns hier unten auf der Erdoberfläche angenehm warm ist, herrschen über uns frostige Temperaturen.

In eine Höhe von 83 km über der Erdoberfläche befindet sich die sogenannte Mesosphäre. In ihr kühlt sich die Atmosphäre auf unter -120 °C ab. Kommt noch Feuchtigkeit hinzu, können sich hier feine Eiskristalle bilden.

Die Sonne steht in den Sommermonaten nur kurz unter dem Horizont und beleuchtet so in der Nacht noch die höheren Atmosphärenschichten. Wir können dann die angestrahlten Eiskristalle als leuchtende Nachtwolken bewundern.

Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22.30 Uhr und 4.00 Uhr von Mitte Juni bis Mitte Juli.

Dieses Jahr gab es einen ungewöhnlich frühen und starken Feuchtigkeitseinbruch in der Mesosphäre. Dadurch konnten bereits ab Ende Mai sehr ausgedehnte und helle Felder von leuchtenden Nachtwolken gesehen werden.

Ralf Biegel

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