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Vereinstreffen Astro-Fotografie

Am Wochenende trafen sich rund ein Dutzend unserer Mitglieder zu einem Vereinsabend mit Schwerpunkt Astro-Fotografie, erstmalig nach langer Zeit nach der Corona-Schließung. Wir hatten das Glück, dass Neumond und schönes Wetter zusammenfielen und konnten somit eine zuweilen zwar kurze, aber dennoch sehr schöne und sternenreiche Nacht genießen.

Auch wenn die Sternwarte am Südhang gelegen ist und der Blick nach Norden durch das Gebäude begrenzt wird, gelang unserem Mitglied Dr. Andreas Fischer dieses Bild des Kometen Neowise zusammen mit unserer Sternwarte.

Der Komet Neowise über der Sternwarte
Der Komet Neowise (C/2020 F3) über der Sternwarte St. Andreasberg

Der Komet ist die nächsten vier Wochen noch gut am Nordhimmel zu sehen und steigt bis zum 28. Juli sogar noch höher.

Aktuelles und nähere Informationen zu Neowise
Der Komet Neowise

Unser Mitglied Ralf Lange nahm den Kometen auf der nahegelegenen Jordanshöhe am Stadtrand St. Andreasberg in den Fokus. Dort entstand das nebenstehende Bild.

Weitere Bilder folgen an dieser Stelle, sobald die Nachbearbeitung abgeschlossen wurde.

Komet Neowise (C/2020 F3) aktuell im Norden

Der Komet Neowise (C/2020 F3) ist aktuell die ganze Nacht durch im Norden und mit bloßem Auge zu sehen. In der Abenddämmerung findet man ihn momentan bei 320° (nord-nord-westlich) auf der Kompass-Rose und 22° oberhalb des Horizonts. Im Verlauf der Nacht wandert er unterhalb des Polarsterns durch und steigt morgens im nord-östlichen Himmel wieder auf, bis er von der Morgendämmerung verschluckt wird.

Der Komet steigt bis zum 28. Juli noch etwas höher und bekommt einen noch längeren Schweif.

Komet Neowise mit blossem Auge sichtbar

Komet Neowise beschert uns derzeit einen seltenen Anblick am Himmel. Denn bei uns im Norden ist wieder ein Schweifstern mit bloßem Auge zu beobachten!

Allerdings müssen wir dafür noch sehr früh aufstehen. Kurz vor Sonnenaufgang, zwischen 3:00 und 4:30 Uhr, ist der Komet derzeit in niedriger Höhe über dem nordnordöstlichen Horizont im Sternbild Fuhrmann zu beobachten. Damit die Beobachtung gelingt, benötigt man daher einen möglichst hohen Standort mit freier Horizontsicht nach Nordosten.

Bis Ende Juli wird der Komet immer früher aufgehen und höher über den Horizont steigen. Ab dem 13. Juli wird NEOWISE daher schon am Abendhimmel zu sehen sein. Die Helligkeit des Schweifsterns wird im Laufe des Monats jedoch abnehmen, so dass er irgendwann nur noch mit optischen Hilfsmitteln wie einem Feldstecher oder einem Teleskop zu beobachten sein wird.

Kometen sind sehr alte Objekte aus den Anfängen unseres Sonnensystems. Sie bestehen aus Eis, gefrorenen Gasen, Staub und Gesteinsbrocken und werden daher oft auch als „schmutzige Schneebälle“ bezeichnet. Nähert sich ein Komet der Sonne, sublimieren Gas und Waser durch Erwärmung. Dadurch werden auch die mit ihnen verbundenen festen Partikel freigesetzt und bilden eine Wolke um den noch festen Kometenkern. Während ein Kometenkern meist nur wenige Kilometer durchmisst, kann diese Koma genannte Wolke einen Durchmesser bis zu 100.000 Kilometern erreichen. Durch die Einflüsse des Sonnenwindes bildet sich aus der Koma der Kometenschweif aus, der bis zu 100 Millionen Kilometer lang werden kann und immer von der Sonne weg zeigt. Je weiter sich der Komet wieder von der Sonne und ihrem Einfluss entfernt, desto schwächer wird sein Schweif.

Der Komet C/2020 F3 (NEOWISE) wurde erst am 27. März 2020 vom NASA Weltraumteleskop WISE entdeckt. Er durchlief seinen sonnennächsten Punkt (Perihel) am 3. Juli 2020 und ist von der Erde derzeit ca. 160 Millionen Kilometer entfernt. Am 23. Juli 2020 wird NEOWISE seine größte Erdnähe mit 0,69 AU (103 Millionen km) erreichen. Danach wird der langperiodische Komet wieder in die Tiefen des Alls verschwinden und uns erst in ca. 5000 bis 7000 Jahren wieder beehren.

Hoffen wir also auf wolkenfreie Sicht in den nächsten Tagen!

Diese eindrucksvolle Aufnahme des Kometen C/2020 F3 NEOWISE entstand in Kalifornien, USA am 07.07.2020 um 4:29 Uhr (PDT). Verwendet wurde eine Canon EOD 5D Mark IV mit EF 200 mm Objektiv. (Urheber: Landers; Lizenz: Creative Commons)

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